Natur und Umwelt, D 2016
Einst zog eine stolze Hirschherde, mit mehr als 19.000 Tieren, durch den nördlichen Bereich des großen Yellowstone-Ökosystems. Heute sind es nur noch 4.000. Jahrelang war das Verschwinden der Hirsche ein ungelöstes Rätsel. Der Wissenschaftler Arthur Middleton studierte mehr als drei Jahre das Verhalten der Hirsche und die Interaktionen zwischen Hirsch und Wolf. Er stellte fest: Natürlich fressen Wölfe Hirsche, doch nicht in dem Ausmaß, dass sie die Herde so dramatisch reduzieren würden.
Arthur Middleton hat einen anderen Verdacht. Er glaubt, dass Grizzlybären die Schuldigen sind. Danach wurde die Ernährung der Bären untersucht. Die Antwort liegt in der Detailanalyse ihrer Ernährung. Die Wissenschaftler erkannten, dass die Grizzlys im Frühjahr, kurz nachdem sie aus dem Winterschlaf erwacht waren, eine wichtige Form von Eiweiß nicht mehr fraßen: Fisch. Erst dieser Hinweis sollte zur Lösung des Rätsels beitragen und dem Nationalpark-Management die Chance geben, mit neuen Maßnahmen den Erhalt der Hirschherde zu sichern.
| Andere Personen | Autor: Claudia Zenkert, Manfred Corinne, Kontakt: Sarah Vogl | |