Drama, Deutschland 2024
Der Künstler Richard konnte sich sein Leben in London nicht mehr leisten, lebt inzwischen in Tanger und bereitet eine Ausstellung in Frankfurt vor. Dort angekommen, stößt er auf den jungen Marokkaner Malik, den er unwissentlich über die Grenze geschmuggelt hat. Malik hat kein Visum und träumt von einer Musikerkarriere in Europa. Um ihn zu verstecken, überredet Richard seine alte Bekannte Mathilda, Malik bei sich aufzunehmen. Mathilda ist mittlerweile Politikerin und bekannt für ihre fremdenfeindlichen Positionen. Der unerwartete Gast kommt für sie daher äußerst ungelegen. Mathildas Assistentin Amina, Juristin mit marokkanischem Hintergrund, wird zur "kulturellen Vermittlerin" erklärt und soll den heiklen Fall managen, während sie zugleich darum kämpft, nicht ständig auf ihre Herkunft reduziert zu werden. Ein mutmaßlich von Islamisten ausgeführter Anschlag, der kurz zuvor mehrere Menschen in Frankfurt getötet hat, erhöht den Druck auf die vier.
Angelina Maccarone enthüllt nach und nach neue Informationen und macht so die unterschiedlichen Perspektiven der vier durch ein Geheimnis verbundenen Protagonisten erfahrbar. Durch subjektive Blickwinkel, Ellipsen und Perspektivwechsel legt der Film Vorurteile offen, unterläuft Erwartungen und zeigt Widersprüche zwischen Selbstbild und Außenwirkung.
| Besetzung | Barbara Sukowa | Mathilda |
| Lambert Wilson | Richard | |
| Habib Adda | Malik | |
| Banafshe Hourmazdi | Amina | |
| Sybille | ||
| Dalila Abdallah | Elisa | |
| Regie | Angelina Maccarone | |
| Drehbuch | Angelina Maccarone | |
| Kamera | Florian Foest | |
| Musik | Freya Arde | |
| Produzent | Martina Haubrich, | |
| Andere Personen | Schnitt: Gergana Voigt | |

Der Künstler Richard (Lambert Wilson) hat Mailk unwissentlich über die Grenze geschmuggelt und seine alte Bekannte Mathilda überredet, den jungen Marokkaner aufzunehmen.
Angelina Maccarone setzt auf eine multiperspektivische Erzählstruktur und löst sich bewusst von klassischen Dramaturgien, womit sie an ihre Technik anknüpft, normative Blicke umzudrehen und komplexe Identitäten sichtbar zu machen. "Klandestin" erhielt 2017 als bestes unverfilmtes Drehbuch den Deutschen Drehbuchpreis und wurde 2024 beim Festival des deutschen Films Ludwigshafen als bester Film ausgezeichnet. Maccarone verbindet politisches Kino mit Genre-Elementen und überzeugt durch ihre präzise Figurenzeichnung, getragen von einem starken Ensemble.