Dokumentation
Die Lehmrundbauten des Volkes der Hakka in Südostchina bieten Lebensraum für mehrere Hundert Menschen. Ein einziges Haus - ein ganzes Dorf. Es gibt keine vergleichbare Architektur weltweit.
Ob als monumentale Einzelbauten oder in komponierten Ensembles prägen die defensiven Tulou-Rundhäuser nach außen selbstbewusst majestätisch die Landschaft Südchinas. Die Lehmrundbauten Fujians funktionieren als Herzen der Hakka-Kultur.
Kreisrund, bis zu fünf Stockwerke hoch, mit einem Durchmesser von über 100 Metern, kreist die Gruppen-Wohnanlage um einen runden Innenhof. Würden sie unachtsam mit dem Feuer spielen, würde der Großteil der Dorfbevölkerung im Inneren ihres Hauses grausam verbrennen. Es gibt nämlich nur ein einziges Tor nach draußen - für bis zu 800 Menschen. Eine gefährliche Falle und gleichzeitig eine schützende Trutzburg gegen Feinde von außen.
Keine Fenster nach außen, meterdicke Lehmarchitektur verschließt die Dorfgemeinschaft gegen Angriffe potenzieller Feinde. Die einzige Tür in das Innere des Gebäudes kann hermetisch verschlossen werden. Mehrere Monate können die Bewohner so mit Vorräten und eigenem Brunnen feindliche Belagerungen überstehen.
Die Hakka, ein chinesischer Volksstamm, kamen ursprünglich aus dem Norden. Gewaltsam vertrieben, hat sich das Volk ab dem 12. Jahrhundert in der südchinesischen Provinz Fujian niedergelassen und im 17. und 18. Jahrhundert seine kulturelle Blüte entwickelt.
Originaltitel: Vom Feuer der Erde - Kamtschatka und die Äolischen Inseln
| Von | Horst Brandenburg | |

Das Bergdorf Chuxi in der Provinz Fujian ist geprägt von den Lehmrundbauten der Hakka-Kultur. Die mehrstöckigen Rundbauhäuser sind Schurträume und Gruppenwohnraum. Je nach Größe der Gebäude können mehrere hundert Menschen in einem Haus leben.