TV-Politthriller, Deutschland 2015
Nach einem Flugzeugabsturz, den er schwerverletzt überlebt hat, verliert Uwe Barschel im schleswig-holsteinischen Wahlkampf überraschend an Boden. Kurz vor dem Urnengang gerät er zusätzlich unter Druck: Wie ein Nachrichtenmagazin berichtet, soll er seinen beliebten Konkurrenten Björn Engholm bespitzelt und gegen ihn mit Unterstützung des zwielichtigen Medienreferenten Pfeiffer eine Schmutzkampagne gestartet haben.
Öffentlich streitet Barschel mit seinem Ehrenwort alles ab, doch die aufstrebenden Reporter David Burger und Olaf Nissen decken eine Lüge auf. Daraufhin muss der Ministerpräsident zurücktreten und bei der Zeitung wird ausgelassen gefeiert.
Als Barschel kurz darauf tot in der Badewanne eines Genfer Hotels gefunden wird, nimmt die Affäre eine neue Dimension an: Obwohl die Ermittler von einem Suizid ausgehen, spricht seine Familie von Mord.
Wie besessen folgt Burger über Jahre hinweg jeder neuen Spur, die den Fall immer monströser erscheinen lassen: illegale Waffengeschäfte über die DDR, Verbindungen zum U-Boot-Deal mit Südafrika und sogar ein möglicher Zusammenhang mit der Iran-Contra-Affäre. Zu seinem früheren Leben sowie Freunden und Familie geht dabei zunehmend jeglicher Bezug verloren. Stattdessen taucht Burger, der eine Affäre mit der Fotografin Giselle beginnt, immer tiefer in eine Welt von zwielichtigen Informanten ein. Niemandem kann er mehr trauen.
Unzählige Spekulationen und Verschwörungstheorien ranken sich bis heute um das dramatische Ende des Kieler Aufsteigers mit Kanzlerambitionen. Regisseur und Grimme-Preisträger Kilian Riedhof inszeniert "Der Fall Barschel" als virtuosen, atemlosen Thriller über einen der größten politischen Skandale der Bundesrepublik, der bis heute ungelöst geblieben ist. Auf dem Filmfest München 2015 wurde "Der Fall Barschel" mit dem Bernd Burgemeister Preis geehrt.
| Besetzung | Alexander Fehling | David Burger |
| Fabian Hinrichs | Olaf Nissen | |
| Matthias Matschke | Uwe Barschel | |
| Antje Traue | Giselle Neumayer | |
| Edgar Selge | Walter Brauneck | |
| Luise Heyer | Simone Burger | |
| Martin Brambach | Reiner Pfeiffer | |
| Paula Kalenberg | Anja Pohle | |
| Patrick Hasert | Monsieur Lombard | |
| Godehard Giese | Georg Szepanski | |
| Regie | Kilian Riedhof | |
| Drehbuch | Kilian Riedhof, Marco Wiersch | |
| Kamera | Benedict Neuenfels | |
| Musik | ||

Der Journalist David Burger (Alexander Fehling, li.) sucht gemeinsam mit Eike Barschel (Stephan Schad) ein toxikologisches Institut auf und lassen sich von Professor Brandenburger (Hanspeter Müller-Drossart) eine Theorie erklären, die Selbstmord ausschließt.