Beruf und Bildung, Deutschland 2024
Ab den 1960er Jahren prägen sie das Straßenbild europäischer Metropolen: Frauen in Uniform. Die sogenannten Politessen gehen auf den Boulevards von Berlin, Paris und Rom gegen Falschparker vor. Damals von den Medien und ihren männlichen Kollegen beschimpft oder belächelt, sind Frauen in der Polizei heute ein vertrauter Anblick - und längst nicht mehr nur als Parkwächterinnen im Einsatz. Ihr langer Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung beginnt mehr als hundert Jahren und dauerte Jahrzehnte.
Anfang des 20. Jahrhunderts treten die ersten Frauen in Europa in den Polizeidienst ein, ihre Aufgaben sind begrenzt: In einer von Männern dominierten Welt, sind sie eher Sozialarbeiterinnen in Uniform. Ihre Arbeitsbereiche umfassen Kinderarbeit, Prostitution und Obdachlosigkeit, während andere Einsatzgebiete für sie verschlossen bleiben - eine Situation, die bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg anhält. Erst in den vergangenen 30 Jahren erkämpfen sich Frauen das Recht, Waffen zu tragen, als Kriminalkommissarinnen zu ermitteln, bei der Bereitschaftspolizei, Mordkommission oder beim Sondereinsatzkommando zu arbeiten oder gar Führungspositionen einzunehmen.
Junge Polizistinnen und erfahrene Beamtinnen aus Schutz- und Kriminalpolizei in Deutschland, Frankreich und Italien geben einen persönlichen Blick über die Vergangenheit und Gegenwart der Frauen in der Polizei. Sie erzählen vom Ringen um das Recht, an einem der wichtigsten Organe unserer demokratischen Gesellschaft mitzuwirken - trotz aller Widerstände. Heute sind Frauen ein unverzichtbarer Teil der Polizei, doch der Kampf um Gleichberechtigung ist noch nicht vorbei.
| Regie | , | |