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Mo, 16.03.
2015 – 2145

arte

Blutige Hochzeit

Thriller, Frankreich / Italien 1973

In einer Provinzstadt an der Loire bleibt eigentlich nichts verborgen - vor allem kein Liebesverhältnis. Dennoch gelingt es Lucienne, der Frau des gaullistischen Abgeordneten Delamare, und Pierre, dem sozialistischen Stadtrat, verheiratet mit einer unheilbar kranken Frau, ihre Beziehung zu verheimlichen. Doch um ihr Glück auch wirklich gemeinsam genießen zu können, müssten sie frei sein. Pierre entdeckt, dass es ein Leichtes wäre, seine Frau mit einer erhöhten Dosis ihrer Medikamente zu töten, und ermordet sie tatsächlich. Jetzt steht nur noch Paul Delamare im Weg. Lucienne und Pierre beschließen, auch ihn zu töten. Doch die beiden Morde machen sie nicht frei. Im Gegenteil: Um keinen Verdacht zu erregen, dürfen sie sich nicht mehr sehen. Bis ein anonymer Brief bei der Polizei eintrifft ... Die Geschichte des Films beruht auf einer wahren Begebenheit, deren Protagonisten als die "Teufel von Bourganeuf" bekannt wurden. Doch Chabrol geht es in seinem Film nicht um die Schilderung des Verbrechens. Er nutzt den Fall zu einer subtilen, aber heftigen Attacke auf die französische Bourgeoisie und vor allem die damaligen politischen Verhältnisse. Einmal mehr steht in "Blutige Hochzeit" die Familie als Kernstück der bürgerlichen Gesellschaft im Mittelpunkt. Doch das vorgebliche Familienglück ist zerrüttet, die Ehen sind nur noch Fassade. Stattdessen: Ehebruch und Mord. Die erhoffte Freiheit entpuppt sich als Gefängnis der Konventionen. Was aber, so die zentrale Frage des Films, bringt die Menschen dazu, lieber einen Mord zu begehen, als ihre Gefühle offen einzugestehen?

Originaltitel: Les noces rouges

Personen

Besetzung Michel Piccoli Pierre Maury
Lucienne Delamare
Paul Delamare
Clotilde Joano Clotilde Maury
Eliana De Santis
Auriol
Regie Claude Chabrol
Drehbuch Claude Chabrol
Kamera Jean Rabier
Musik Pierre Jansen
Produzent
Andere Personen Schnitt: Jacques Gaillard, Monique Gaillard

Hintergrund

Claude Chabrol seziert ein Verbrechen aus Leidenschaft und vereint dabei eine für ihn typische, beißende Gesellschaftskritik mit der Spannung einer Kriminalgeschichte. Wegen der politischen Anspielungen gab es eine Intervention seitens des Kultusministeriums: Erst nach den Wahlen im Jahr 1973 durfte der Film Premiere feiern. Im gleichen Jahr wurde er auf der Berlinale für den Goldenen Bären nominiert und gewann dort den FIPRESCI-Preis. ARTE zeigt im Themenschwerpunkt Claude Chabrol außerdem: "Zwei Freundinnen" (1968), "Die untreue Frau" (1969) und "Das Biest muss sterben" (1969).