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Mi, 11.03.
2255 – 0040

arte

Blinde Weide, schlafende Frau

Zeichentrickfilm, Frankreich / Kanada / Luxemburg 2022

Das Erdbeben an der Küste der japanischen Region Tohoku im Jahr 2011 hat die Gemüter der Menschen durcheinandergebracht: So sieht der Bankangestellte Komura seiner Frau Kyoko dabei zu, wie sie die Tage nach dem Unglück reglos vor dem Fernseher verbringt, die Beiträge über all die Vermissten und die Angst vor einem GAU im Atomkraftwerk in sich aufnehmend. Bis er eines Tages nach der Arbeit in ein leeres Haus zurückkommt und ihm seine vertraute Umgebung zum Alptraum wird. Bei der Bank steht sein Kollege Katagiri unter dem Stress, eine massive Schuld von einem Kunden eintreiben zu müssen. Zu Hause erwartet ihn eines Nachts ein riesiger Frosch: Er überzeugt Katagiri davon, zu größeren Taten bestimmt zu sein. In wenigen Tagen soll es in Tokio, dem Frosch nach, ein neues Erdbeben geben, dessen Auswirkungen die des ersten bei weitem übertreffen werden. Zu zweit wollen sie das dafür verantwortliche unterirdische Monstrum besiegen. Auf der Flucht vor ihrem gemütlichen Leben sinnt Kyoko ihrer Jugend nach; ihrer ersten Liebe mit 20 und ihrer Begegnung mit einem alten Mann, der ihre tiefsten Wünsche erfüllte. Auch Komura denkt an seine verschwundene Frau, an ihre Fantasie und die blinde Weide, die sie in einer Zeichnung erfand. Seine Einsamkeit zerreißt ihn. Spontan fliegt Komura nach Hokkaido, um der Schwester eines Bekannten ein rätselhaftes Paket zu übergeben. Die existenzielle Angst nach der Umweltkatastrophe bringt diese Menschen dazu, neue Wege einzuschlagen, um zu sich selbst zurückzufinden.

Originaltitel: Saules aveugles, femme endormie

Personen

Regie
Drehbuch
Musik
Produzent Tom Dercourt, Emmanuel-Alain Raynal, Pierre Baussaron
Andere Personen Autoren: Haruki Murakami, Schnitt: Kara Blake

Hintergrund

Regisseur Pierre Földes stammt aus einer Familie von Filmemachern. Sein Vater Peter Foldès (1924-1977), in Ungarn geboren und in Paris gestorben, war ein Pionier der Computeranimation; sein Kurzfilm "Hunger" (1974) erhielt eine Oscarnominierung und den Jury-Preis in Cannes. Sohn Pierre Földes arbeitet in den USA und Europa und widmet sich vorrangig der Animation sowie der Filmmusik als Komponist. "Blinde Weide, schlafende Frau" wurde von mehreren Kurzgeschichten, entstanden zwischen 1980 und 2005, aus dem gleichnamigen Sammelband des weltweit gefeierten Autors Haruki Murakami inspiriert. Der Film wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt und erhielt in Annecy eine Erwähnung der Jury.