Dokumentation, Schweiz 2012
Jedes Jahr beginnen mehr Menschen ein zweites Leben nach dem Krebs. Doch wer hilft ihnen dabei?
"NZZ Format" begleitet Krebspatienten und Überlebende und zeigt, wie wichtig eine vollumfängliche Versorgung jenseits von Chemotherapie und Bestrahlung sein kann.
Immer mehr Menschen in der Schweiz starten nach einer überstandenen Krebsbehandlung in ein zweites Leben. Dieser Schritt ist geprägt von Angst, Erschöpfung und offenen Fragen. Während im Ausland Krebs-Nachsorge-Programme längst etabliert sind, stehen Betroffene in der Schweiz meist allein da.
"Ich bin zwar gesund, aber geheilt werde ich nie sein", sagt Tanja Kewan. Sie erhielt zuerst die Diagnose Brustkrebs, später Leukämie. Acht Jahre nach der letzten Chemotherapie ringt die 34-Jährige noch immer mit der Angst vor einem Rückfall und kämpft mit den Folgen der durch die Behandlung ausgelösten frühen Menopause. "Du wirst aus dem Leben gerissen. Aber wenn die Behandlungen vorbei sind, hilft dir niemand zurück", sagt sie.
Jedes Jahr erkranken in der Schweiz über 46.000 Menschen an Krebs. Dank des medizinischen Fortschritts überleben heute rund 60 Prozent. Damit wächst die Zahl der sogenannten Cancer-Survivors - Menschen, die den Krebs besiegt haben, aber weiter mit seinen Folgen leben. Unterstützung müssen sie sich selbst suchen und organisieren, in einem Flickwerk von Angeboten.
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Kathrine, Protagonistin im Film.