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Sa, 21.02.
0110 – 0140

HR

Auf den Spuren der drei toten Babys

Recht und Kriminalität, Deutschland

Woran starben die drei Babys von Natalja M.? Über Jahre hinweg beschäftigen sich Polizei und Staatsanwaltschaft in Mittelhessen mit dieser Frage. Dreimal wird Natalja M. Mutter und immer wieder sterben die Kinder im Alter von wenigen Wochen. "Plötzlicher Kindstod" lautet die Erst-Diagnose in allen Fällen. Auch die Obduktionen ergeben zunächst keine auffälligen Befunde. Doch der Gießener Rechtsmediziner Reinhard Dettmeyer bleibt hartnäckig: Drei solcher Unglücke in derselben Familie? Das ist statistisch nahezu ausgeschlossen. Schon bald richtet sich ein schrecklicher Verdacht gegen die Mutter. Am 7. April 2004 wird die ehrenamtliche Notfallseelsorgerin Hedi S. alarmiert, um Natalja M. beizustehen, deren neugeborene Tochter aus unerklärlichen Gründen verstorben ist. Natalja M. steht unter Schock. Der Notarzt konnte nur noch den Tod ihres Babys feststellen. Bei der anschließenden Obduktion finden die Rechtsmediziner keine Auffälligkeiten. Der Tod des Babys wird deshalb dem Phänomen "Plötzlicher Kindstod" zugeordnet. Doch 2006 und 2009 kommt es zu weiteren Todesfällen in der Familie. Wieder sterben hier Säuglinge. Auch in diesen beiden Fällen geht man zunächst von "Plötzlichem Kindstod" aus. Doch Kriminalpolizei und Rechtsmedizin kommen Zweifel. Professor Reinhard Dettmeyer vom Rechtsmedizinischen Institut Gießen glaubt nicht, dass es in einer Familie dreimal zum Plötzlichen Kindstod kommen kann und beginnt, nachzuforschen. Er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Phänomen "Plötzlicher Kindstod". Sein Ergebnis: Die Kinder von Natalja M. müssen durch Fremdeinwirkung umgekommen sein. Plötzlich steht die unfassbare Frage im Raum: Hat die Mutter Natalja M. ihre drei Kinder umgebracht? Und wenn ja, warum? War sie allein, gab es Mittäter? Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft beginnen mit Ermittlungen. Da es keine Beweise gibt und auch keine Zeugen, brauchen die Ermittler ein Geständnis. Doch die Eltern schweigen. Sie scheinen noch immer geschockt und in Trauer versunken zu sein. Am 7. September 2011 werden die Eltern zu einer letzten Zeugenbefragung in die Polizeidirektion Limburg-Weilburg geladen. Für die Kriminalbeamten die letzte Chance, doch noch die Wahrheit herauszufinden

Personen

Von Markus Cebulla