Drama, Frankreich / Schweiz 2023
Das Puppentheater "Der große Wagen" der Familie Burchnar besteht aus fünf Köpfen. Vater Simon, der Gründer, leitet das fahrende Theater, benannt nach dem Sternbild Großer Wagen; er wird von seinen drei Kindern Simon, Martha und Lena beim Spiel unterstützt und von seiner Mutter Gabrielle beim Bau der Puppen. Als mit dem Alter die Kraft nachlässt, stellt Simon den Kunstmaler Pieter als Verstärkung ein. Zwischen ihm und Simons Sohn Louis herrscht spontan eine Art stillschweigendes Einverständnis, denn die jungen Männer werden beide von unerfüllten Leidenschaften getrieben: Was die Malerei für Pieter, ist das Schauspiel für Louis.
Kaum ist Pieter jedoch in die Truppe aufgenommen, ist es mit dem Puppenspiel vorbei: Simon bricht bei einem Auftritt zusammen und stirbt kurze Zeit später. Die Familienkonstellation bricht auf, Rollen werden neu verteilt. Die Schwestern Lena und Martha wollen das Lebenswerk ihres Vaters erhalten; für Louis aber scheint der richtige Zeitpunkt gekommen, den Sprung zum professionellen Theater zu wagen - als Schauspieler. Als er noch dazu eine neue Liebe findet, ist ein Konflikt mit Pieter vorprogrammiert. Die familiäre Struktur löst sich nach und nach auf; vorsichtig versucht jede und jeder für sich, den Pfad des eigenen Lebens zu finden.
Originaltitel: Le Grand chariot
| Besetzung | Louis Garrel | Louis |
| Esther Garrel | Martha | |
| Damien Mongin | Pieter | |
| Lena Garrel | Lena | |
| Vater | ||
| Regie | Philippe Garrel | |
| Drehbuch | Philippe Garrel, Arlette Langmann, , Caroline Deruas Peano | |
| Kamera | Renato Berta | |
| Musik | Jean-Louis Aubert | |
| Produzent | Edouard Weil, Laurine Pelassy | |
| Andere Personen | Schnitt: Yann Dedet | |

Louis (Louis Garrel) stellt fest, dass seine Großmutter Gabrielle (Francine Bergé) langsam den Verstand verliert.
Die Filme von Philippe Garrel besitzen alle eine autobiografische Prägung; "Der große Wagen" vielleicht am meisten, wenn man das Puppenspiel als Sinnbild für die künstlerische Praxis einer Familie von Filmemachern begreift. Die Familie Garrel ist eine in Frankreich und international sehr bekannte Filmdynastie. Da es um das Leben und Arbeiten einer Familie mit und für die Kunst geht, hat Regisseur Philippe Garrel konsequent seine Kinder besetzt: Louis, zunächst als Schauspieler erfolgreich und inzwischen selbst ein gefragter Regisseur, und seine Schwestern Esther und Lena. Bei dem Puppenspiel im Film handelt es sich um einen Kniff, der die Familienbeziehungen auf der Spielebene spiegelt. Der Film wurde mit dem Silbernen Bären belohnt.