Dokumentation
Sie steht für Wohlfühlessen, Wärme und Behaglichkeit, soll heilen, kräftigen oder beim Abnehmen unterstützen: Die Suppe. Der Film taucht ein in die vielfältige Welt der Brühen.
Die Suppe gehört zu den ältesten Speisen weltweit. Sie kommt aus dem Würfel, der Dose, dem Glas oder - ganz klassisch - aus dem Topf. Suppen können aus fast allen Lebensmitteln zubereitet werden und erleben immer wieder Revivals auf Plattformen wie TikTok und Co.
Suppen sind die Klassiker des Speiseplans. Während der Coronapandemie hat sich der Umsatz von Fertigsuppen im Einzelhandel verdoppelt. Die flüssige Speise gilt als "Urelement der Küche" und wurde laut Historikern bereits in der Steinzeit gekocht. Viele Familien überlieferten über Generationen Rezepte, und jede Kultur hat ihre eigene Suppentradition. Ob Pho, Miso- oder Tom-Kha-Suppe, Bouillabaisse, Minestrone, Rindsuppe, Bouillon: Suppen sind im Trend.
Suppen sollen alle satt machen. Suppenbusse mit Freiwilligen, die Armutsbetroffenen heiße Suppe und Brot bringen, sind weiterhin in vielen Städten, so auch in Wien, im Einsatz. Gleichzeitig helfen sie auch beim Entschlacken , heilen oder - von Sterneköchen ins Glas gezaubert - ein bisschen Luxus ins traute Heim bringen. Sie werden jeder Ernährungsweise gerecht, ob vegetarisch, vegan, oder bei der Paleo-Ernährung. Der Suppenwürfel ist der Vorreiter des Convenience Foods. 1886 erfand Julius Maggi eine Speisewürze, eine ganze Suppenindustrie entstand im Zug der Industrialisierung. Bis heute sind unzählige Tütensuppen entwickelt worden - und es werden immer mehr.
Die Kraftbrühe gilt als Heilmittel, die "Goldene Joich", wie Hühnersuppe im Jiddischen heißt, ist auch als "Jewish Penicilin" bekannt. Maschi Mermelstein kocht die Speise gern zum Sabbat und schwärmt: "Die Goldene Joich ist wirklich, vielleicht in homöopathischen Dosen oder im psychologischen Sinne, etwas Wohltuendes für den Körper, wenn sie schmackhaft zubereitet wird und im Familienverband von der Kindheit her bekannt ist."
Suppe ist auch das perfekte Zero-Waste-Essen. Molekularbiologe Fritz Treiber, Leiter Geschmacklabors an der Universität Graz, und postuliert: "Suppe ist sehr dankbar, wenn es um die Nachhaltigkeit geht. Also wunderbar, dass ich die Reste, die nicht unbedingt in den Biomüll müssen, einen Fond mache, der die Basis der Suppe ist."
Egal zu welchem Zweck: Der Hype um die Suppe reißt nicht ab, Rezeptvideos mit Hashtags wie #SoupTok und #Soup erzielen auf TikTok, Instagram und Co. Milliarden Aufrufe. Seit Langem sind Suppen auch ein wichtiger Bestandteil des Fastens: Auf YouTube sieht man, wie sich mit "Souping" - angeblich - Gewicht verlieren lässt. Alexander Graffi leitet Suppenfasten-Retreats im Waldviertler Stift Geras: "Wichtig ist, dass eine Fastensuppe abwechslungsreich ist und wirklich lange gekocht wird. Ich finde das Suppenfasten am leichtesten und gleichzeitig am intensivsten, weil man keinen Hunger hat."
Nicht nur in Retreats, die Speise bringt Menschen auch zu anderen Gelegenheiten zusammen. Das Berliner Nachbarschaftsprojekt "Suppe und Mucke" organisiert Suppenfeste unter dem Motto "unkommerziell, selbstorganisiert, umsonst & draußen". Hier lernt man sich kennen und kommt beim Schlürfen ins Gespräch: "Das ist das Schöne an der Suppe. Da kann man gar nicht so viel falsch machen. Am Ende kann man es immer ein bisschen würzen, und dann schmeckt es schon", scherzen Martin und Constanze.
Selbst in der Kunstwelt finden Suppen ihren Niederschlag, wie Andy Warhols berühmte Campbell-Dosen beweisen, und werden als Protestform genutzt - etwa, wenn medienwirksam ein Van-Gogh-Bild mit Suppe beworfen wird.
Die Dokumentation blickt über den Tellerrand, zeigt die vielen Gesichter von Suppen und erzählt die Kulturgeschichte der flüssigen Mahlzeit.
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