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Fr, 13.02.
0120 – 0245

arte

Yalda, Nacht der Vergebung

Drama

Die Kameras und Scheinwerfer sind auf Position, die letzten Sekunden des Intros ziehen vorbei. Dann geht die iranische Fernsehshow "Die Freude der Vergebung" live auf Sendung - am persischen Yalda-Feiertag zur Wintersonnenwende und längsten Nacht des Jahres. An diesem Abend ist Maryam zu Gast, eine zum Tode verurteilte junge Frau. Ihr gegenüber sitzt Mona, die wie eine große Schwester für sie war. Maryam hat mit Monas Vater Nasser in einer sogenannten Ehe auf Zeit gelebt. Jetzt ist sie des Mordes an ihm angeklagt. Vor laufender Kamera und einem Millionenpublikum soll Maryam versuchen, die Tochter des Verstorbenen von ihrer Unschuld zu überzeugen und um Gnade zu bitten - ihre letzte Chance, der Todesstrafe zu entgehen. Die Sendung ist spannungsreich gestaltet: Anwälte und Verteidiger beider Seiten, Familienangehörige und psychologische Berater kommen zu Wort. Dramatische Einspieler rekonstruieren die Ereignisse, die zum Tod des Ehemanns führten, und geben Einblick in Maryams Leben, um sie kennenzulernen und besser einschätzen zu können. Regelmäßige Werbeunterbrechungen und Showeinlagen dienen der Unterhaltung. Mona scheint unerbittlich, während Maryam versucht, sie von ihrer Unschuld an Nassers tödlichem Sturz zu überzeugen. Doch wie sich zeigt, halten der aalglatte Moderator und sein Fernsehteam für Maryam an diesem schicksalhaften Abend noch die eine oder andere Überraschung parat. Wird es der jungen Angeklagten am Ende gelingen, der Todesstrafe zu entgehen?

Personen

Besetzung Sadaf Asgari Maryam
Behnaz Jafari Mona
Babak Karimi Ayat
Fereshteh Sadr Orafaee Mutter
Forough Ghajebeglou Keshavarz
Arman Darvish Omid
Fereshteh Hosseini Anar
Regie Massoud Bakhshi
Drehbuch Massoud Bakhshi
Kamera Julian Atanassov
Produzent Jacques Bidou, Marianne Dumoulin
Szenenbild Szenenbild: Massoud Bakhshi
Andere Personen Schnitt: Jacques Comets, Bauten: Massoud Bakhshi, Ton: Dana Farzanehpour,

Hintergrund

In Maryams Schicksal spiegeln sich die tief verwurzelten patriarchalen Strukturen der iranischen Gesellschaft auf erschreckende Weise wider. Der iranische Regisseur Massoud Bakhshi spezialisierte sich zu Beginn seiner Karriere auf Dokumentarfilme, bevor er 2012 seinen ersten Spielfilm realisierte. Sein zweiter Spielfilm "Yalda, Nacht der Vergebung" wurde 2020 beim Sundance Film Festival in der Reihe World Cinema mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet und feierte im gleichen Jahr auf der Berlinale in der Reihe Generation 14plus Deutschlandpremiere.