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Unsere Erde III
Von Fröschen im Eis und Sittichen im Feuer
Natur und Umwelt, Deutschland 2024
Sengende Wüsten, arktische Inseln, Berggipfel in schwindelnden Höhen und tief unter der Erde liegende Höhlen - an solch extremen Orten können Menschen nicht leben.
Doch zahlreiche außergewöhnliche Tiere haben einen Weg gefunden, lebensfeindliche Bedingungen in extremen Landschaften zu ihren Gunsten zu nutzen.
Grasfrösche besiedeln eine breite Palette von Lebensräumen, darunter auch für ihre Art ungewöhnliche in bis zu 2000 Metern Höhe. So streckt in den Alpen ein Grasfrosch nach mehreren Monaten Winterstarre seinen Kopf aus dem Schnee. Ein sonniger Frühlingstag ist der perfekte Zeitpunkt, um eine Partnerin zu suchen. Aber er ist nicht allein, Dutzende anderer Frösche machen sich ebenfalls auf den Weg zu einem Laichgewässer in der Nähe. Der Grasfrosch gibt alles, um vor den anderen Männchen anzukommen, sonst sind alle potenziellen Partnerinnen vergeben.
Die vietnamesische Son-Doong-Höhle offenbart ein Naturwunder: das vermutlich größte Höhlensystem weltweit. In einer der größeren Kammern würde ein Jumbojet Platz finden. Tief unten in totaler Dunkelheit leben blinde Höhlenfische und winzige Garnelen in kleinen Wasserlöchern. Ihre Nahrungsgrundlage sind Nährstoffe, die aus dem Dschungel über dem Höhlensystem angespült werden.
Auf Ellesmere Island, einer Insel im Norden Kanadas, muss ein Rudel Polarwölfe nach einem besonders harten Winter kämpfen, um wieder zu Kräften zu kommen. Jenseits des Polarkreises finden die Kältespezialisten auch im arktischen Sommer keinen Überfluss an Nahrung. Ihre Beute ist so rar, dass sie täglich Strecken von bis zu 80 Kilometern bewältigen müssen, um sie zu finden. Entdecken die Polarwölfe Moschusochsen, fängt die Arbeit erst richtig an. Das Rudel muss eines der Tiere von der Gruppe trennen. Doch die wehrhaften Hornträger kennen die Taktik der Polarwölfe in- und auswendig und bilden eine "Wagenburg" um ihre Jungen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, das nicht immer die Wölfe gewinnen.
In den Oyamel-Tannenwäldern Mexikos versammeln sich jedes Jahr von November bis Februar Millionen Monarchfalter zum Überwintern auf bis zu 3600 Meter hohen Berghängen. Trotz der Höhe bieten die Wälder ein ideales Mikroklima für die zarten Insekten - auf einem einzigen Baum hängen manchmal Zehntausende Schmetterlinge. Doch ihre Ruhe wird jäh gestört, wenn ein Sturm durch den Wald fegt. Viele Monarchfalter landen auf dem Boden, wo Nachtfröste drohen. Nur wenige Falter schaffen es zurück auf die Bäume, in manchen Jahren vernichten Stürme bis zu 75 Prozent der überwinternden Monarchen.
Brände gehören zu den größten zerstörerischen Kräften der Natur, aber sie sind auch lebenswichtig für die Erhaltung bestimmter Lebensräume. Das Feuer verjüngt den Bewuchs, Gräser werfen ihre Samen ab. Das geschieht auch immer wieder in einem winzigen Gebiet Australiens, in dem die seltenen, farbenprächtigen Goldschultersittiche zu Hause sind. Die Vögel ernähren sich überwiegend von einjährigen Pflanzensamen und graben Nisthöhlen in Termitenhügel. Eine kluge Entscheidung der stark bedrohten Vogelart. Die dicken Wände sorgen für stabile Temperaturen, was günstig ist für das Ausbrüten der Eier. Und später sind die Küken im Inneren nicht nur gut geschützt vor Feinden, sondern sogar vor Bränden. Denn Termitenhügel sind feuerfest.
In der Wüste Gobi ist alles extrem: der Wassermangel beispielsweise oder die Temperaturunterschiede, die zwischen minus 40 und plus 35 Grad Celsius schwanken. Im weitläufigen Trockengebiet der Gobi leben Schneeleoparden. Sie besetzen riesige Territorien in Höhen bis zu 8000 Metern. Dem "Erde III"-Team ist es gelungen, mithilfe von vielen versteckten Kameras eine Schneeleopardin mit ihren Jungen beim Spielen und Trinken zu filmen. Diese filmische Rarität macht Hoffnung und zeigt, dass extreme Lebensräume immer noch wunderbare Geheimnisse und spektakuläre Naturwunder unserer Erde beherbergen. Vielleicht auch, weil der Mensch bisher kein Interesse an solch extremen Gegenden hat.
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Freitag
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06.02.
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02:45 Uhr
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Personen
ZDF/BBC STUDIOS1 / 15
Millionen Monarchfalter überwintern in Tannenwäldern Mexikos.
ZDF/Hoang Trung2 / 15
Bei den Dreharbeiten erhellten starke LED-Lampen die Son-Doog-Höhle. Sie ist eines der größten Naturwunder der Erde.
ZDF/Luke Nelson3 / 15
Mexiko: Monarchfalter klettern nach einem Sturm mühsam nach oben, auf dem Boden würden sie nachts erfrieren.
ZDF/Cyril Ruoso4 / 15
Ein Grasfrosch-Paar umklammert sich bei der Paarung in den Französischen Alpen.
ZDF/BBC STUDIOS5 / 15
In den Französischen Alpen bekommt ein Grasfrosch Frühlingsgefühle.
ZDF/Alex Walters6 / 15
Steppenelefanten durchqueren den Amboseli-Nationalpark auf der Suche nach Wasser und Nahrung.
ZDF/BBC STUDIOS7 / 15
Gigantische Stalagmiten, circa 75 Meter hoch, stehen im wohl größten Höhlensystem der Erde: Hang son Doong, Vietnam.
ZDF/Ronan Donovan8 / 15
Polarwölfe haben scharfe Augen und einen außergewöhnlichen Geruchssinn.
ZDF/BBC STUDIOS9 / 15
Forscher haben herausgefunden, dass Berberaffen mit ausgeprägtem Sozialverhalten im Atlasgebirge länger leben.
ZDF/BBC STUDIOS10 / 15
Schneeleoparden sind coole Jäger: Mit ihrem dichten Fell trotzen sie auch extremer Kälte.
ZDF/Chris Tzaros11 / 15
In Australien sitzt ein Paar Goldschultersittiche sitzt auf einem Termintenhügel, in dem sich ihr Nest befindet.
ZDF/BBC STUDIOS12 / 15
Ein Rudel Polarwölfe überquert einen zugefrorenen See auf Ellesmere Island, Kanada.
ZDF/Ronan Donovan13 / 15
Wolfsheulen: Zwei Polarwölfe nehmen Kontakt zu ihrem Rudel auf, Ellesmere Island, Kanada.
ZDF/BBC STUDIOS14 / 15
Eine Schneeleopardenmutter und ihre Jungen haben Wasser gefunden. Saisonale Wasserlöcher sind lebenswichtig in der Wüste Gobi.
ZDF/Theo Webb15 / 15
Son-Doong ist eine der zahllosen Höhlen, die im Phong Nha-Ke Bang Nationalpark in Vietnam gefunden wurden.
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