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Galapagos - Leben im Nationalpark
Natur und Umwelt
Seelöwen, die ohne Angst vor Menschen auf Parkbänken lümmeln, Riesenschildkröten, die die Hauptstraße überqueren, Meerechsen, die auf den Anlegestellen der Fähren lungern: eine zum Greifen nahe, wilde Natur macht die Galapagosinseln zum Traumziel für Naturliebhaber. Das Archipel, 1000 Kilometer vor der Küste Ecuadors im Pazifik gelegen, hat sich vom Geheimtipp zu einer der beliebtesten Destinationen Südamerikas entwickelt. Rund 300.000 Reisende besuchen jedes Jahr den Galapagos-Nationalpark, Tendenz steigend. Und damit beginnt das Problem. Denn jeder Besucher ist eine Gefahr für die Natur: Durch eingeschleppte Samen können sich Pflanzen verbreiten, die das Ökosystem durcheinanderbringen, der Touristenboom zieht ein Bevölkerungswachstum nach sich, Wasser und Energie werden knapp.
Wie die 30.000 Einwohner der zu Ecuador gehörenden Galapagosinseln leben, wie sie versuchen, sich mit den einzigartigen Tieren und Pflanzen zu arrangieren, ohne der Natur zu schaden, ist das Thema dieser Dokumentation. Sie zeigt den Alltag der Menschen in dieser besonderen Inselwelt. Der Film begleitet eine Reiseführerin, die fast jeden Tag der Woche an Sehnsuchtsorten verbringt und dabei doch die Zeit mit ihren Kindern vermisst und eine Lehrerin, die mit ihrer 7. Klasse für den Biologieunterricht ganz einfach an den Strand geht. Hier lebt eine Seelöwenkolonie - ohne jede Angst vor den Menschen. "Das Leben im Nationalpark ist ein Privileg. Nutzt es aus", schärft die Lehrerin der Charles-Darwin-Grundschule Johanna Beltrán den Schülerinnen und Schülern ein.
Jorge Carrión ist mit seinem Helfer Christian in einem entlegenen Urwald der Vulkaninsel Isabela unterwegs. Seine Mission: Er will Weibchen einer bedrohten Riesenschildkrötenart mit Satellitensendern ausstatten, um herauszufinden, wo ihre Brutplätze sind. Nur so kann er die Eier vor herumstreunenden, verwilderten Hausschweinen schützen. Bis zu 130 Kilo schwer werden die Schildkröten und über 100 Jahre alt. Auf jedem Vulkan der Insel hat sich eine andere Art entwickelt, optimal angepasst an die jeweiligen Lebensbedingungen. Hier kann man nachvollziehen, wie der Naturforscher Charles Darwin die Evolution der Tierarten erklärte. Darwin besuchte die Galapagosinseln 1835 und war von der Naturvielfalt fasziniert.
Radiomoderator Eddy Becerra gibt mit seinem Programm "Stimme der Salsa" für die in der Mehrzahl jungen Bewohner den Takt vor. Auch er ist ein Kind von Einwanderern, die vom Mutterland Ecuador auf die Inseln kamen auf der Suche nach einem besseren Leben. Denn hier sind die Löhne höher als auf dem Festland, hier winken Jobs in der boomenden Tourismusindustrie. Doch die Zuzugsmöglichkeiten sind begrenzt. Wer seinen Job verliert, muss wieder gehen. Ein Schicksal, das die Familie der Schülerin Nayeli treffen könnte. Die Zwölfjährige ist das älteste von vier Kindern. Das Mädchen bangt darum, dass für ihre Eltern die Aufenthaltserlaubnis verlängert wird. Nur so würde es sich seinen Traum erfüllen können: Ärztin zu werden auf den Galapagosinseln - mitten im Naturpark.
Weitere Ausstrahlungstermine
Samstag
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26.04.
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13:15 Uhr
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NDR
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Personen
NDR/Manfred Uhlig1 / 12
Touristen auf der Galápagos-Insel Isabela. Der Zutritt in den Nationalpark ist nur in der Gruppe und nur in Begleitung eines Guides gestattet.
NDR/Manfred Uhlig2 / 12
Eddy Becerra im Studio von Radio "La voz de Galápagos". Der Moderator versorgt die Inseln mit fröhlicher Musik - Salsa.
NDR/Manfred Uhlig3 / 12
Skalesienwald auf der Galápagosinsel Sta Cruz. Skalesien werden rund 15m hoch und sind mit Sonnenblumen verwandt.
NDR/Manfred Uhlig4 / 12
Strand auf der Galápagos-Insel Isabela. Die scheinbar unberührte Natur zieht jedes Jahr rund 300.000 Touristen auf die Inseln.
NDR/Manfred Uhlig5 / 12
Seelöwen auf den Galápagosinseln mögen es gemütlich. Besonders schattige Parkbänke sind begehrt.
NDR/Manfred Uhlig6 / 12
Das Schulkind Nayeli (2.v.l.) lebt mit ihren Eltern und Geschwistern auf der Galápagosinsel San Cristóbal.
NDR/Manfred Uhlig7 / 12
Jacqueline Rodriguez baut eine Insektenfalle. Die Biologin erforscht die Fauna in einem der letzten Urwälder auf der Galápagosinsel Sta. Cruz.
NDR/Manfred Uhlig8 / 12
Schulkinder der Charles-Darwin-Schule auf der Galápagos-Insel San Cristóbal. Für den Biologieunterricht gehen sie einfach an den Strand.
NDR/Manfred Uhlig9 / 12
Der Felsen "León Dormido" - "schlafender Löwe" - ist das Wahrzeichen der Galápagosinsel San Cristóbal.
NDR/Manfred Uhlig10 / 12
Beliebtes Fotomotiv: Seelöwen auf den Galápagosinseln. Die Tiere haben keine Scheu vor Menschen.
NDR/Manfred Uhlig11 / 12
Nayeli und ihr Bruder Carlos. Die 12jährige möchte sich einen Traum erfüllen und Ärztin werden.
NDR/Manfred Uhlig12 / 12
Der Biologe Jorge Carrión vermisst eine Galápagos-Riesenschildkröte. Die Reptilien sind manchmal über 120 Kilogramm schwer.
Galapagos - Leben im Nationalpark