Melodram, USA 1956
Paris um 1920: Der weißrussische Offizier Bounine trifft auf eine junge Frau, die der verschollenen russischen Großfürstin Anastasia verblüffend ähnlich sieht. Bounine nimmt sie unter seine Fittiche und versucht, die russische Gesellschaft davon zu überzeugen, dass es sich bei dieser Frau um die Tochter des letzten Zaren Nikolaus II. handelt. Da er zunächst selbst nicht wirklich daran glaubt, unterrichtet er sie in royaler Etikette und Ereignissen aus ihrer Kindheit, bis er bereit ist, sie ihrer vermeintlichen Großmutter vorzustellen, der ehemaligen Kaiserin von Russland.
Bounine, ein weißrussischer Offizier, lebt mit seinen Kampfgefährten in den 1920er Jahren im Pariser Exil. Eines Tages begegnen sie einer unter Amnesie leidenden jungen Frau, die der Großherzogin Anastasia, der jüngsten Tochter des letzten russischen Zaren Nikolaus II., merkwürdig ähnlich sieht.
Zwischen 1918 und 1928 ging tatsächlich das Gerücht um, Anastasia sei nicht mit den übrigen Familienmitgliedern ermordet worden. Bounine und seine Partner sind auf das Erbe aus, das der jungen Frau zustünde, wenn sie als Zarentochter anerkannt würde. Die Gruppe möchte jedoch kein Risiko eingehen und rechnet auch mit der Möglichkeit, dass es sich bei der Frau, die Anastasia so ähnlich ist, gar nicht um die Gesuchte handelt. Also üben sie mit ihr die royale Etikette ein und gehen gemeinsam Daten und Zusammenhänge durch, die Anastasia kennen müsste.
Eine Reise nach Dänemark und zahlreiche Diskussionen später trifft Anastasia auf ihre vermeintliche Großmutter, die ehemalige Kaiserin von Russland. Nachdem der Mutter des letzten Zaren bereits mehrere falsche Verwandte vorgeführt wurden, hegt sie starke Zweifel, ob tatsächlich noch eines ihrer Enkelkinder lebt. Doch Anastasia scheint anders als die anderen Betrüger ...
Originaltitel: Anastasia
Sonntag | 29.12. | 12:45 Uhr | arte |
Besetzung | Ingrid Bergman | Anna Koreff |
Yul Brynner | General Sergei Pavlovich Bounine | |
Helen Hayes | Maria Fedorovna, Zarinmutter | |
Akim Tamiroff | Chernov | |
Regie | Anatole Litvak | |
Drehbuch | Arthur Laurents | |
Kamera | Jack Hildyard | |
Musik | Alfred Newman | |
Produzent | Buddy Adler | |
Andere Personen | Autoren: Marcelle Maurette, Guy Bolton, Schnitt: Bert Bates |
Anastasia aka Anna Koreff (Ingrid Bergman) tanzt mit ihrer angeblich ersten Liebe, Prinz Paul (Ivan Desny).
Angeregt durch die Gerüchte über die jüngste Zarentochter versuchte der in Kiew geborene Regisseur Anatole Litvak im besten Hollywoodstil, das Geheimnis um Anastasias Geschichte zu lüften. Seit 2007 ist erwiesen, dass sie tatsächlich schon 1918 mit ihrer Familie ermordet wurde; bis dahin war es für die Menschen im 20. Jahrhundert nicht unvorstellbar, dass sie im Exil noch am Leben sein könnte. Ingrid Bergman wurde 1957 für ihre Titelrolle mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.